Rock ist weder tot, noch riecht er komisch. Es scheint dieser Tage nur manchmal so, als wäre der Rockzirkus von der pompösen Manege in einen überschaubaren und harmlosen StraichelZoo verlegt worden.
Und weil ein StraichelZoo vom Kleinkind bis zur Oma geschätzt wird, erschien es fünf Wiener Stadtmusikanten nur allzu würdig und recht, sich auch selbst in einen ebensolchen Zoo zu stellen.
Und genau so funktioniert die Musik von StraichelZoo: Laut, leise, schön, schiach, rund, eckig, gebogen, gerade, ernst, lustig, bitterböse und sehr lieb. Die Lieder erzählen vom mörderischen Schausteller, von Kryptonit und Leberkäse, Körperlichkeiten an und für sich, der Bewältigung von Zwischenmenschlichkeiten, von einer Welt, die den Glanz verliert und von einer, die so schön ist, dass man nur mehr auf einer weißen Wolke durch den blauen Himmel fliegen möchte - oder einfach kurz: „Schiachschene Liada“.
StraichelZoo machen Gitarrenrock im allerweitesten Sinne. Die Begriffsschubladen bleiben zu. Zeitlose, selbst gemachte Melodien. Deutsche Texte und Interpretationen von H.C. Artmann, Ingeborg Bachmann, Andy Bartosh, Peter Dürr, Thomas Palme, Don Van Vliet u.v.m. Andy Bartosh und Thomas Palme verweben ihre Gitarren derart, dass ein neues, größeres Instrument entsteht. Peter Dürr spielt die Worte, und das in aller Deutlichkeit. Farid Al-Shami und Volker Wadauer liefern ein pulsierendes, knackiges Fundament, dass man sich fürchten möchte.
Also kommt liebe Kinder. Auf in den StraichelZoo.
Aber passt auf eure Finger auf!